Published by thomas at Mon, 2008-October-06
in usa.
Diese Nacht war mal etwas anderes. Nachdem einige der letzten Nächte mal verdammt kalt waren, gab es dieses Mal eine andere unangenehme Überaschung. Um etwa 4.30 Uhr bin ich aufgewacht weil es ziemlichen Lärm bei uns im Haus gab. Dann habe ich gehört, wie jemand mit viele Mühe die Treppen hochgepoltert kam - das hat sich angehört wie wenn sich ein Angeschossener die Treppe mit letzter Kraft hochschleppt (teilweise mit echzen und stöhnen). Aber es wurde noch besser. Anschliessend hat sich irgendwer immer total an der Wand und eben auch direkt an meiner Tür gelehnt, gekratzt und entlang gerutscht alles mit passenden Geräuschen. Ich stand bereits im Dunkeln schön barfuss und mit Pfefferspray im Anschlag hinter der Tür und habe nur darauf gewartet, dass die Tür aufgeht und ich los sprühen muss. Dieses Mal habe ich mich auch nicht über die neue Erfahrung gefreut und hatte wirklich etwas Angst. Zwar hatte ich schon die Vermutung, dass das mein Mitbewohner Ken ist, der heute ungewöhnlicherweise mal 2h früher von seiner Nachtschicht zurück kommt, aber darauf wetten wollte ich mitten in der Nacht auch nicht. Es konnte ebenso gut sein, dass es eben doch Freaks oder Einbrecher sind. Hier kann ja auch jeder eine Waffe haben. Irgendwann ging dann im Flur das Licht an und ich konnte mir den Sinn hinter dem Kratzen an der Wand erklären: Lichtschaltersuche. Da es dann wieder ruhig geworden war und ich mittlerweile meine Tür auch richtig verriegelt hatte, habe ich mich wieder ins Bett gelegt und weiter geschlafen. Ich bin einfach mal davon ausgegangen dass es Ken gewesen sein musste und habe auch keine Cops gerufen. Abgesehen von einem heftigen Schlag bei dem wohl unten irgendetwas Großes runtergefallen sein musste war die restliche Nacht dann auch recht ruhig. Als ich dann Morgens aus dem Zimmer gekommen bin, lag schon Ken’s Hose mitte im Gang, knapp 2m weiter dann seine Brille und ihn habe ich dann schließlich im Wohnbereich auf dem Sofa schlafend gesehen - allerdings nun schon zum zweiten Mal ohne Hose! Sehr strange, ich meide den Wohnbereich nun auch erst recht! Zwar ist Ken immer recht nett und sehr höflich und hilfsbereit, aber trotzdem ist er mir auch weiterhin irgendwie suspekt! Ich nehm an, dass er gut betrunken oder sonst igendwie grad auf einem Trip war. Wenn ich ihn wieder einmal treffe werd’ ich dem Spektakel mal auf den Grund gehen!
Obwohl der Hurricane Gustav nun schon einige Wochen zurück liegt werde ich nun doch noch von ihm getroffen. Da mein Spritschlucker total leer ist bin ich jetzt eben noch mit der Reserve unterwegs gewesen - in der Hoffnung noch irgendwo gas zu bekommen. Keine Chance! Auch nach einigem herumtelefonieren habe ich es bisher nicht geschafft irgendwo noch Sprit aufzustöbern. Leider habe ich den Zustand jetzt nicht früh genug erkannt und hätte dann etwas mehr mit dem verbleibenden Benzin haushalten können. Jetzt werde ich morgen mit einem Kollegen zu Siemens fahren und hoffen dass es morgen wieder etwas gibt..
Für dieses lange Wochenende hatten wir uns bereits ein 4 Sterne Hotel in New Orleans gebucht. Da aber nicht nur wir dieses Wochenende nach New Orleans wollten, sondern auch Hurricane Gustav, mussten wir uns kurzfristig noch einmal um entscheiden. Wenige Stunden vor unserer geplanten Abfahrt am Freitag haben wir noch einmal eine Telefonkonferenz gehalten und ein neues Ziel festzulegen: Chicago. Hier wollte ich eigentlich dann alleine nach Ende meines Vertrags hier in Amerika noch hin, so aber als Roadtrip ist das ganze natürlich viel angenehmer und günstiger. Los ging es um 3 Uhr Nachmittags und nach 13h Fahrt bzw. 720 miles (1150 km) waren wir dann auch in unserem kurzfristig gebuchten 4 Sterne Hotels in Chicago. Da das Parken hier aber pro Auto und Nacht $49 kostet, haben wir uns dann ab der 2. Nacht für unsere beiden Autos mit Jens & Diana, Daniel, Kira, Sebastian und mir ein Parkhaus in der Nähe für die Hälfte gesucht.





Chicago selbst ist eine sehr schöne Stadt, für mich bisher die schönste Stadt hier in Amerika. Schön und atemberaubend. Die Verkehrsführung in der Nähe unseres Hotels funktioniert auf 3 Ebenen, was mich dann doch auch sehr beeindruckt. An unserem ersten Tag haben wir dann eine 45-minütige Skyline-Tour mit einem Schiff auf dem Lake Michigan gemacht, sind mit dem kostenfreien trolley durch die Stadt gefahren und sind dann im Anschluss noch per pedes zur Buckingham Fontain, die aus dem Vorspann von „Eine schrecklich nette Familie“ bekannt ist, gelaufen. Abends, nach vielen weiteren interessanten Eindrücken, haben wir dann noch Jelena & Bart getroffen, die ebenfalls in Alpharetta bei Siemens arbeiten und zeitgleich nach Chicago geflogen sind. Zusammen sind wir dann noch zum Lincoln Park gefahren und waren hier gemeinsam essen.



















Sonntags sind wir dann nach dem Frühstück bei Dunkin Donuts wieder meistens zu Fuß die Stadt durchstreift bis wir Nachmittags dann eine dreieinhalbstündige Al Capone-Bustour gemacht haben, auf der die beiden entsprechend gekleideten und lustigen Guides einen in die Welt der Gangster von Chicagos früherer Tage abtauchen lassen haben. Abends waren wir dann wieder mit Bart und Jelena in einen Blues Club unterwegs.


















Am Montag sind wir dann getrennt wieder zurück gefahren, da Daniel, Diana & Jens erst später fahren wollten sind wir alleine los gefahren. Allerdings hatten wir daher kein leading car mehr mit einem Navi. Da wir auch keinerlei Karten dabei hatte, haben wir uns im Hotel die Route vom unfreundlichen Concierge ausdrucken lassen. Wir können im Übrigen nicht unbedingt bestätigen, dass in Amerika der Service immer so besonders freundlich ist. Anyway, es war mal wieder ein super Trip, allerdings in der Besetzung nun wohl der letzte, da in den nächsten Wochen immer mehr interns zurück nach Deutschland fliegen.
Dieses Wochenende gings mal wieder nach Florida, genauer nach Pensacola. Die Fahrt unseres 1-Auto-Trips hat diesmal nur etwa 6h gedauert. Ursprünglich wollten wir nach Destin fahren, aber dort haben wir kein erschwingliches Hotel mehr bekommen. In Pensacola haben wir im ComfortInn genächtigt. Bezahlt war für 2 Personen, geschlafen haben dann aber 5 Leute im Zimmer: Verena & Philipp, Marina, Anthony und ich. Das Frühstück am Samstag bestand dann wie schon beim letzten Florida-Trip aus einem Mini-Buffet, also Bagels, Toast, Muffins und es gab Waffelteig zum selber zubereiten im Waffeleisen. Entweder aber haben die Amerikaner einen sehr eigenartigen Geschmack oder der Teig war einfach nicht so wie er sein sollte – die Waffeln haben nämlich ziemlich widerlich geschmeckt.
Später sind wir dann zum Strand gefahren und haben dort bis Abend zugebracht. Hier kamen dann einfach mal so 3 Apache Kampfhubschrauber recht tief an der Küste vorbeigeflogen. Gut, das Militär gehört hier eben einfach zum Alltag. Ich hab mir auch wieder nen schönen Sonnenbrand geholt, obwohl ich unter einem Schirm lag und mich einmal eingecremt hab. Unerklärlich. Zum Schnorcheln war es diesmal zu aufgewühlt und es gab auch wenig zu sehen. Zudem kam noch, dass im Wasser jede Menge Quallen waren, die wahrscheinlich auch für das Jucken verantwortlich war, dass jeder hatte, nachdem er aus dem Wasser kam. Abends waren wir dann noch im Partyviertel was essen. Allerdings habe ich und Anthony, der sich noch schlimmer verbrannt hat als ich, und wegen dem Sonnenbrand etwas fiebrig gefühlt. Am nächsten Tag waren wir aber wieder fit. Die Sonnenbrändler sind daher auch diesmal nicht mit an den Strand, stattdessen sind wir ins NAVAL Aviation Museum. Dieses zweitgrößte Luftfahrtmuseum der Welt hat einiges zu bieten, wie so oft war der Eintritt frei und ne interessante guided Tour gabs auch for free. Etwa gegen 3 Uhr Ortszeit haben wir dann die anderen drei wieder vom Strand abgeholt und haben uns wieder auf den Heimweg begeben.
Bilder gibt’s diesmal keine, vielleicht adde ich noch welche wenn ich die mal fertig gemacht habe, momentan fehlt mir aber einfach die Zeit.