Archive for June, 2008

Sunday Church

Wie viele andere Amerika auch stand für mich diesen Sonntag mal ein Gang zur Kirche an. Zwar habe ich normalerweise keinen Bezug zum Inneren einer Kirche, aber mit dem Vorhaben einmal Gospel live zu erleben habe ich Charlie dieses Mal begleitet. Ich habe ihn bewusst vorher einige Male gefragt, ob da denn auch Gospel gesungen wird: Ja, eine Viertel Stunde des normalerweise einstündigen Besuchs wird immer gesunden. Ok, also dann.
ChurchUm halb 11 hat er mich abgeholt und wir sind zu Zweit in die 10 min entfernte Kirche gefahren. Überall regelt die Polizei den Verkehr, sogar die Ampeln werden durch eine manuelle Steuerung von den Cops geregelt. Das Gebäude, also das was jetzt die Kirche sein soll, die Parkplätze und die ganze Anlage könnte aber genauso gut einfach ein WalMart sein - mit einer konventionellen europäischen Kirche hat das hier nämlich nichts zu tun: Ein Flachbau mit Unmengen Parkplätzen. Im Inneren gabs dann einen Briefumschlag mit etwas Werbung für die Kirche. Die Kirche besitzt zwei gespiegelte Auditorien - eigentlich sollte ich sagen Bühnen - auf der die erstem 15 min eine Rockband Songs spielt. Danach spricht der paster Andy Stanley, Sohn eines famous Kirchengründers hier, mit Headset-Mikro und live Leinwandübertragung. Als erstes ruft er dazu auf sich zu erheben und sich gegenseitig zu begrüßen. Das läuft dann wie folgt ab: Jeder gibt seinen Sitznachbarn, auch vor und hinter sich, die Hand -wie immer auch ein How are you dazu. Danach spricht Andy wieder, erst wird der Wahlkampf zum Anlass für einige Lacher genommen, die letzte halbe Stunde spricht er dann noch in einer wenig langweilenden Art über einige Bible-Passagen. Gospel gabs jetzt zwar keinen, trotzdem ein Erlebnis und mir bleibt auch diesmal als letztes Wort nur ein Wow!

Private Posts

Da ich in einem komplett öffentlichen Blog doch nicht alles so schreiben kann und will, wie ich es in einem nicht-öffentlichen Blog täte, habe ich mir etwas überlegt. Ab sofort werde ich vereinzelt einige Posts nun nur noch registrierten Usern zugänglich machen. Für euch heißt das, ihr registriert euch einfach (rechts unter Meta), dann bekommt ihr automatisch ein Passwort gemailt. Sobald ich euch dann zuordnen kann, stecke ich euch in eine Benutzergruppe und gebe euch frei. Ab sofort seht ihr dann auch die privaten Posts (für die jeweilige Gruppe). Wenn ihr in eurem Browser Cookies aktiviert habt, reicht auch eine einmalige Anmeldung aus um bei jedem Seitenbesuch alles lesen zu können. Aber natürlich gibts auch weiterhin ‘ne Menge Öffentliches.

Dahlonega & Amicalola Falls

Am vergangenen Sonntag waren wir in den Blue Ridge Mountains, die nur etwa eine Autostunde von Alpharetta entfernt sind. Unser erstes Ziel war Dahlonega, eine Stadt, die sich noch etwas Flair aus der alten Goldgräberzeit bewahren konnte. Neben vielen schönen Häusern, interessante Lädchen (Indianerdinge, Western-Klamotten, amerikanische Ramschläden, …) aus jener Zeit gibt es hier auch ein Goldgräbermuseum und eine Universität mit goldenem Dach. Toll anzusehen war diesmal wieder auch, dass viele Straßen mit weißen Kreuzen, die an gefallene Veteranen erinnern, sowie jeweils einer US-Flagge gesäumt waren. Der Abstecher hierhin hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch weil ich hier endlich einen tollen Hut für mich gefunden habe :-)

2008-06-22_14-50_e4_5166-30.jpgDrive Thru Cafe?Kutsche2008-06-22_13-33_e4_5130-30.jpg2008-06-22_14-50_e4_5156-30.jpgIndianerladen

Nach einem kräftigen thunderstorm, von dem ich eigentlich gehofft hatte, es würde ein kleiner Tornado werden, sind wir zum Amicalola State Park gefahren. Auf dem Weg dorthin musste ich dann unbedingt unterwegs mal anhalten, als ich auf einem nicht eingezäunten Grundstück zwei alte Straßenkreuzer gesehen habe. Als ich dann so auf das Grundstück marschiert bin, sind mir allerdings so Bilder aus Filmen durch den Kopf geschossen, wo der Ami dann mit der Schrottflinte hinter dem Haus hervorkommt und mit ein paar Warnschüssen auf sein Hausrecht verweist ;-). War aber dann nicht ganz so, neben dem Auto angekommen habe ich den Junior des Hauses gefragt ob ich das Auto fotografieren kann: Kein Problem, ich hätte mich sogar reinsetzen können. Mit dem Vater, der gerade noch so durch die Verandatür gepasst hat, habe ich mich dann noch über n paar Details des über 30 Jahre alten Autos unterhalten.

2008-06-22_15-25_e4_5190-30.jpgGewitterStraßenkreuzer 1aStraßenkreuzer 2Amicalola Falls

Im State Park angekommen gab es erst einmal eine Art Ranger-Haus, in dem den Besuchern die einheimische Tierwelt gezeigt wurde, u.a. auch durch diverse Schlangen-Terrarien. Echtes Glück für uns, dass heute seit langem gerade wieder Fütterungszeit war. Schlangen fressen Mäuse, lebende natürlich. Für viele der dicken kleinen Amikinder war das natürlich was ganz Besonderes.
Die vermeintliche 9-mile Wanderung zu der eigentlichen Attraktion, den Amicacola Falls, haben wir dann mit vielen Fotostopps nach etwa einer Stunde schon hinter uns gebracht! Anscheinend werden die Fußmeilen der Amerikaner besonders hoch gerechnet. :D
Auf dem Rückweg gab’s wieder noch ein paar echt schöne Ausblicke über die Blue Ridge Mountains – die ihren Namen übrigens vom blauen Dunst über den Bergen haben. Und wieder war’s ein verdammt schöner Tag.

Wolken2008-06-22_19-09_e4_5326-30.jpg2008-06-22_19-23_e4_5388-30.jpgWas ist ein N-Baum?RehSchrottplatz 1
 

Steakhouse

Ein Besuch in einem richtigen Steakhouse gehört bei einem Aufenthalt hier in Amerika einfach dazu. Also war meine Begleitung und ich am Freitag Abend mal spontan in einem solchen essen. Nachdem ich den glubschigen PT Cruiser geparkt hatte, haben wir fest gestellt, das es hier sogar einen Einparkservice gibt. Tja, zu spät.
Im Innern dann wird unser Name notiert und wir bekommen einen Tisch zugewiesen. Ein tolles Ambiente hier: Hinter einer Glasscheibe kann man zuschauen, wie die riesigen Fleischstück über einem offenen Feuer zubereitet werden. Bevor wir dann aber ordern, bekommen wir von der Cheffin auf einem langen Silbertablett die verschiedenen Steaksorten gezeigt und erklärt - bis dann irgendwann ein Koch kommt und ihr das Tablett mit dem rohen Fleisch zwecks Kühlung wieder abnimmt.
Zwar sind wir in entsprechender Garderobe, nicht so aber der Nebentisch: Hier sitzt einer in einer kurzen Shorts (wie ich sie vielleicht zum Angeln anziehen würde), dazu ein einfaches Polo Shirt, Basecap und Turnschuhe. Naja, wir sind eben in Amerika. :smile:
Das Essen war dann aber der Wahnsinn: Ich hab glaube ich habe noch nirgends jemals ein besseres Stück Fleisch gegessen, wobei nicht nur das Fleisch wirklich top geschmeckt hat.
Als wir dann gegen 10pm fertig sind, ist das Lokal schon fast leer. Für amerikanische Verhältnisse waren wir spät dran, da hier viele Restaurants schon relativ früh schließen. Ein toller Abend!